Lexikon der Waidmannssprache
Über 140 Begriffe der deutschen Jägersprache — von Äsen bis Zerwirken. Das Nachschlagewerk für Jungjäger und erfahrene Waidmänner.
Die Waidmannssprache (auch Jägersprache oder Weidmannssprache) ist die traditionelle Fachsprache der Jäger und lässt sich über 1.000 Jahre zurückverfolgen. Sie entwickelte sich seit dem 7. Jahrhundert zur Zeit der Feudaljagd unter Karl dem Großen und wird seither von Generation zu Generation weitergegeben.
Für angehende Jäger ist sie ein Pflichtbestandteil der Jägerprüfung — aber auch erfahrene Waidmänner und -frauen schlagen gelegentlich nach. Dieses Lexikon fasst die wichtigsten Begriffe zusammen, die im deutschen Jagdalltag tatsächlich verwendet werden: bei der Ansitzjagd, der Drückjagd, der Nachsuche und am Streckenplatz.
Kategorien
Allgemeine Begriffe
14 Begriffe
Wild & Wildarten
29 Begriffe
Körperteile & Anatomie
32 Begriffe
Jagdpraxis & Methoden
29 Begriffe
Jagdhund
10 Begriffe
Brauchtum & Tradition
8 Begriffe
Fortpflanzung & Zeiten
9 Begriffe
Lebensraum & Verhalten
8 Begriffe
Waffen & Ausrüstung
1 Begriffe
Abbalgen
Jagdpraxis & MethodenAbziehen der Haut bei Niederwild und Federwild (außer Rehwild).
Abfangen
Jagdpraxis & MethodenTöten von angeschweißtem Schalenwild mit dem Hirschfänger oder Weidmesser.
Abhängen
Jagdpraxis & MethodenReifeprozess des Wildbrets — das Fleisch wird zur Zartheit gelagert.
Abnicken
Jagdpraxis & MethodenErlösen von Wild durch einen gezielten Stich ins Genick.
Abwurfstange
Körperteile & AnatomieDas vom Hirsch abgeworfene Geweih, wird jährlich neu gebildet.
Afterklauen
Körperteile & AnatomieZwei schwach ausgebildete Zehen oberhalb der Schalen beim Schalenwild.
Annehmen
Wild & WildartenWenn wehrhaftes Wild (z. B. Keiler) denjenigen angreift, der ihm zu nahe kommt.
Anschuss
Jagdpraxis & MethodenDie Stelle, an der das Wild zum Zeitpunkt des Schusses gestanden hat.
Ansitz
Jagdpraxis & MethodenJagdmethode, bei der der Jäger an einem festen Platz auf Wild wartet.
Ansprechen
Jagdpraxis & MethodenGenaues Beobachten und Identifizieren eines Wildes nach Art, Geschlecht, Alter und Zustand — vor jeder Schussabgabe Pflicht.
Aufbrechen
Jagdpraxis & MethodenAusweiden des erlegten Wildes — Entfernen der Eingeweide (Aufbruch).
Aufbruch
Körperteile & AnatomieDie inneren Organe (Därme, Pansen, Herz, Lunge, Leber) des erlegten Schalenwildes.
Aus der Decke schlagen
Jagdpraxis & MethodenAbziehen des Fells beim Rehwild.
Äsen
Wild & WildartenFressen beim Haarwild — das Wild äst auf der Wiese.
Äser
Körperteile & AnatomieMund bzw. Maul beim Haarwild (außer Schwarzwild und Raubwild).
Bache
Wild & WildartenWeibliches Schwarzwild (Wildschwein).
Balg
Körperteile & AnatomieHaut oder Fell bei Niederwild (Fuchs, Hase, Kaninchen).
Balz
Fortpflanzung & ZeitenFortpflanzungszeit und Paarungsverhalten beim Federwild.
Bast
Körperteile & AnatomieNährstoffreiche Haut, die das wachsende Geweih schützt und mit Blutgefäßen versorgt.
Bau
Lebensraum & VerhaltenNatürliche oder selbst gegrabene Behausung von Fuchs, Dachs, Kaninchen oder Murmeltier.
Behang
JagdhundDie herabhängenden Ohren des Jagdhundes.
Beschlag
Fortpflanzung & ZeitenPaarungsakt beim Schalenwild (außer Schwarzwild).
Blatt
Körperteile & AnatomieSchulterblattknochen beim Schalenwild — auch Bezeichnung für ein Lockgerät (Blatter) beim Rehbock.
Blattschuss
Jagdpraxis & MethodenSchuss auf den Brustbereich hinter dem Schulterblatt — gilt als weidgerechter Schuss.
Blattzeit
Fortpflanzung & ZeitenPaarungszeit beim Rehwild im Juli und August. Der Rehbock reagiert auf Fieptöne.
Brechen
Wild & WildartenWühlen des Schwarzwildes im Boden auf der Suche nach Nahrung.
Bruch
Brauchtum & TraditionGebrochener (nicht abgeschnittener!) grüner Zweig einer bruchgerechten Holzart — zentrales Element des jagdlichen Brauchtums.
Brunft
Fortpflanzung & ZeitenFortpflanzungszeit beim Schalenwild (außer Schwarzwild). Beim Rotwild im September/Oktober.
Büchsenlicht
Jagdpraxis & MethodenTageslichtverhältnisse, bei denen eine sichere Schussabgabe möglich ist — morgens und abends entscheidend.
Bürzel
Körperteile & AnatomieSchwanz bzw. Schwanzbereich bei Bär und Dachs.
Decke
Körperteile & AnatomieBehaarte Haut des Schalenwildes (außer Schwarzwild — dort: Schwarte).
Dickung
Lebensraum & VerhaltenJunger, dicht zusammengewachsener Baumbestand — beliebter Einstand für Wild.
Drilling
Waffen & AusrüstungJagdgewehr mit drei Läufen — zwei Schrotläufe und ein Kugellauf.
Drossel
Körperteile & AnatomieLuftröhre beim wiederkäuenden Schalenwild.
Drückjagd
Jagdpraxis & MethodenGesellschaftsjagd, bei der das Wild durch Treiber und Hunde langsam in Bewegung gebracht und von Schützen an Ständen erlegt wird.
Einstand
Lebensraum & VerhaltenDer bevorzugte Aufenthalts- und Ruheplatz des Wildes im Revier.
Erlegen
Jagdpraxis & MethodenTöten eines Wildes auf weidgerechte Weise mit der Schusswaffe.
Fähe
Wild & WildartenWeiblicher Fuchs (Füchsin).
Fahne
JagdhundSchwanz eines langhaarigen Jagdhundes.
Fährte
Jagdpraxis & MethodenSpur des Schalenwildes — die Abdrücke der Schalen im Boden.
Fallwild
Allgemeine BegriffeWild, das nicht durch Jagd, sondern durch Krankheit, Alter, Verkehr oder Witterung verendet ist.
Fang
Körperteile & AnatomieMaul des Hundes oder des Haarraubwildes. Bei Greifvögeln: die Krallen.
Fangschuss
Jagdpraxis & MethodenSchuss aus kurzer Distanz zur Erlösung von verletztem oder krankem Wild.
Federwild
Allgemeine BegriffeAlle jagdbaren Vogelarten — Gegenstück zum Haarwild.
Fegen
Wild & WildartenAbscheuern des Bastes vom fertig ausgebildeten Geweih an Bäumen und Sträuchern.
Feist
Körperteile & AnatomieFettgewebe beim Wild — ein feistes Stück Wild ist gut genährt.
Feistzeit
Fortpflanzung & ZeitenZeitraum vor der Brunft, in dem sich das Wild Fettreserven anfrisst.
Fiepen
Wild & WildartenLautäußerung der Rehgeiß oder des Kitzes — wird beim Blatten nachgeahmt.
Flüchtig
Wild & WildartenWild in schnellster Fortbewegung — Fluchtbewegung.
Frischling
Wild & WildartenJunges Schwarzwild im ersten Lebensjahr.
Gebrech
Körperteile & AnatomieDer Rüssel des Schwarzwildes (Wildschweins).
Gehörn
Körperteile & AnatomieKopfschmuck des Rehbocks — im Gegensatz zum Geweih des Hirsches kleiner und ohne Augsprosse.
Geräusch
Körperteile & AnatomieHerz, Lunge und Leber des erlegten Wildes — das 'kleine Jägerrecht'.
Geweih
Körperteile & AnatomieStirnwaffen der Hirschartigen (Rot-, Dam-, Sikawild). Wird jährlich abgeworfen und neu gebildet.
Grandln
Körperteile & AnatomieEckzähne im Oberkiefer beim Rotwild — begehrte Jagdtrophäe.
Haarwild
Allgemeine BegriffeAlle jagdbaren Säugetiere — Gegenstück zum Federwild.
Haderer
Körperteile & AnatomieEckzähne im Oberkiefer des Keilers (männliches Schwarzwild).
Haken schlagen
Wild & WildartenPlötzlicher Richtungswechsel des Feldhasen auf der Flucht.
Halsung
JagdhundDas Halsband des Jagdhundes.
Hauer
Körperteile & AnatomieUntere Eckzähne des Keilers — nach oben gebogene, scharfe Waffen.
Haupt
Körperteile & AnatomieKopf beim wiederkäuenden Schalenwild.
Hege
Allgemeine BegriffeAlle Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung eines gesunden, artenreichen Wildbestandes.
Hochwild
Allgemeine BegriffeHistorisch dem Adel vorbehaltene Wildarten: Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Gamswild, Muffelwild, Auerwild u. a.
Jährling
Wild & WildartenMännliches Rehwild im zweiten Lebensjahr.
Kahlwild
Wild & WildartenWeibliches Rotwild und Kälber — alle Stücke ohne Geweih.
Keiler
Wild & WildartenMännliches Schwarzwild (Wildschwein) — ab dem dritten Lebensjahr.
Kessel
Lebensraum & VerhaltenWohnhöhle im Bau; auch: das Lager der Bache zur Setzzeit; auch: die Jagdfläche bei der Treibjagd.
Kirrung
Jagdpraxis & MethodenFutterstelle mit portioniertem Futter zum gezielten Anlocken von Wild — streng reguliert.
Kugelfang
Jagdpraxis & MethodenNatürlicher Hintergrund (z. B. Erdhang), der das Geschoss nach dem Durchschuss sicher auffängt.
Lager
Lebensraum & VerhaltenRuheplatz des Wildes, z. B. beim Hasen, Wolf oder Luchs.
Lauf
Körperteile & AnatomieBein beim Haarwild und beim Jagdhund. Auch: der Lauf (Rohr) einer Schusswaffe.
Lauscher
Körperteile & AnatomieOhren des Schalenwildes (außer Schwarzwild — dort: Teller).
Laut geben
JagdhundBellen des Jagdhundes — z. B. beim Stöbern, auf der Fährte oder am Stück.
Lecker
Körperteile & AnatomieZunge beim wiederkäuenden Schalenwild.
Leitbache
Wild & WildartenErfahrenes, dominantes weibliches Wildschwein — Anführerin der Rotte.
Leittier
Wild & WildartenFührendes weibliches Stück eines Rot- oder Damwild-Rudels.
Lichter
Körperteile & AnatomieAugen des Schalenwildes.
Losung
Jagdpraxis & MethodenExkremente des Wildes — wichtiges Zeichen beim Fährten und Spurenlesen.
Luder
Jagdpraxis & MethodenLockmittel (meist Aas) zur Bejagung von Raubwild, besonders Fuchs.
Lunte
Körperteile & AnatomieSchwanz des Fuchses.
Malbaum
Lebensraum & VerhaltenBaum, an dem sich Wild (besonders Schwarzwild) reibt und Schlamm abstreift.
Mäuseln
Jagdpraxis & MethodenNachahmung von Mäuselauten (mit den Lippen) zum Anlocken von Raubwild.
Nachsuche
Jagdpraxis & MethodenSuche nach beschossenem, aber nicht sofort verendetem Wild — oft mit Schweißhund.
Niederwild
Allgemeine BegriffeAlle jagdbaren Wildarten, die nicht zum Hochwild zählen: Reh, Hase, Fuchs, Fasan u. a.
Pirschen
Jagdpraxis & MethodenLautloses Anschleichen an das Wild — eine der ältesten Jagdmethoden.
Pirschzeichen
Jagdpraxis & MethodenZeichen am Anschuss, die auf die Trefferlage hinweisen: Schweiß, Schnitthaare, Knochensplitter.
Platzhirsch
Wild & WildartenDer dominante Hirsch, der den Brunftplatz und die Brunftrudel beherrscht.
Rammelzeit
Fortpflanzung & ZeitenPaarungszeit bei Hasen und Kaninchen.
Ranzzeit
Fortpflanzung & ZeitenPaarungszeit beim Haarraubwild — besonders beim Fuchs (Januar/Februar).
Raubwild
Allgemeine BegriffeJagdbare Tiere mit Raubtiergebiss: Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel u. a.
Rauschzeit
Fortpflanzung & ZeitenPaarungszeit beim Schwarzwild — hauptsächlich November bis Januar.
Ricke
Wild & WildartenWeibliches Rehwild (auch: Rehgeiß).
Riemenarbeit
JagdhundVerfolgung einer Schweißfährte mit dem angeleinten Schweißhund — Königsdisziplin der Hundearbeit.
Röhren
Wild & WildartenLautäußerung des Rothirsches während der Brunft.
Rotte
Wild & WildartenGruppe von Wildschweinen — geführt von der Leitbache.
Rudel
Wild & WildartenZusammenschluss mehrerer Stücke Rot- oder Damwild.
Rute
Körperteile & AnatomieSchwanz bei Haarraubwild (außer Fuchs) und beim Jagdhund.
Sasse
Lebensraum & VerhaltenSchlaf- und Ruheplatz des Feldhasen — eine flache Mulde im Boden.
Schalen
Körperteile & AnatomieDie hornüberzogenen Klauen der Paarhufer — namensgebend für das Schalenwild.
Schalenwild
Allgemeine BegriffeAlle jagdbaren Paarhufer: Rot-, Dam-, Reh-, Sika-, Muffel-, Gams- und Schwarzwild.
Schmalreh
Wild & WildartenWeibliches Rehwild im zweiten Lebensjahr, das noch nicht gesetzt hat.
Schmaltier
Wild & WildartenWeibliches Rotwild im zweiten Lebensjahr.
Schrecken
Wild & WildartenWarnlaut des Rehwildes bei Gefahr — ein bellartiges 'Bö'.
Schüsseltreiben
Brauchtum & TraditionGemeinsames Essen nach einer Gesellschaftsjagd — wichtiger Teil des jagdlichen Brauchtums.
Schusszeichen
Jagdpraxis & MethodenVerhalten des Wildes unmittelbar nach der Schussabgabe — gibt Hinweise auf die Trefferlage.
Schützenbruch
Brauchtum & TraditionMit Schweiß benetzter Bruch, den der Jagdleiter dem erfolgreichen Schützen überreicht.
Schwarte
Körperteile & AnatomieDie dicke Haut des Schwarzwildes (beim übrigen Schalenwild: Decke).
Schweiß
Jagdpraxis & MethodenBlut von Wild und Hunden — 'der Hirsch schweißt' bedeutet, er blutet.
Schweißarbeit
JagdhundArbeit des Schweißhundes bei der Nachsuche — Verfolgen der Blutspur (Schweißfährte).
Setzzeit
Fortpflanzung & ZeitenZeitraum, in dem das weibliche Schalenwild seinen Nachwuchs zur Welt bringt.
Spiegel
Körperteile & AnatomieAuffällig heller Haarkranz am Hinterteil des Rehwildes — dient der Kommunikation.
Sprung
Wild & WildartenGruppe von mindestens drei Stück Rehwild im Herbst/Winter.
Standesbruch
Brauchtum & TraditionBruch auf der linken Hutseite — Zeichen der Trauer bei der Strecke.
Standwild
Allgemeine BegriffeWild, das dauerhaft im Revier lebt und nicht abwandert.
Stöbern
JagdhundSuchen und Hochtreiben von Wild im Dickicht durch den Jagdhund.
Strecke
Brauchtum & TraditionDas in einem bestimmten Zeitraum erlegte Wild — wird nach der Jagd aufgereiht.
Strecke legen
Brauchtum & TraditionFeierliches Aufreihen des erlegten Wildes nach der Jagd — artgerecht auf die rechte Seite.
Stück
Allgemeine BegriffeAllgemeine Bezeichnung für ein einzelnes Wildtier ohne Geschlechtsangabe.
Teller
Körperteile & AnatomieOhren des Schwarzwildes (beim übrigen Schalenwild: Lauscher).
Totverbellen
JagdhundDer Jagdhund zeigt durch anhaltendes Bellen am toten Wild dessen Lage an.
Totverweisen
JagdhundDer Jagdhund kehrt lautlos zum Jäger zurück und führt ihn zum toten Wild.
Träger
Körperteile & AnatomieHals beim gesamten Schalenwild (außer Schwarzwild).
Trittsiegel
Jagdpraxis & MethodenDer Fußabdruck des Schalenwildes im Boden — wichtig für Fährtenbestimmung.
Überläufer
Wild & WildartenJunges Schwarzwild im zweiten Lebensjahr — zwischen Frischling und ausgewachsenem Stück.
Vergrämen
Jagdpraxis & MethodenGezieltes Stören oder Beunruhigen, um Wild aus bestimmten Gebieten fernzuhalten.
Verhoffen
Wild & WildartenPlötzliches Stehenbleiben des Schalenwildes zum Sichern — Kopf hoch, Lauscher gespitzt.
Vorstehen
JagdhundReglose Körperhaltung des Vorstehhundes — er zeigt dem Jäger die Witterung von Wild an.
Waidgerechtigkeit
Allgemeine BegriffeEthischer Verhaltenskodex der Jäger — respektvoller, tierschutzgerechter Umgang mit Wild, Natur und Mitjägern.
Waidmannsdank
Brauchtum & TraditionErwiderung auf 'Waidmannsheil' — der Dank für den Glückwunsch.
Waidmannsheil
Brauchtum & TraditionDer traditionelle Jägergruß — Wunsch für Jagdglück und Beglückwünschung nach erfolgreicher Jagd.
Waidwerk
Allgemeine BegriffeDie fachgerechte Jagdausübung unter Beachtung aller jagdlichen Regeln und Bräuche.
Wechsel
Lebensraum & VerhaltenRegelmäßig genutzter Wildpfad zwischen Einstand und Äsungsfläche.
Wechselwild
Allgemeine BegriffeSchalenwild, das nicht ständig im Revier bleibt, sondern nur zeitweise durchzieht.
Wedel
Körperteile & AnatomieSchwanz des Rotwildes.
Wildbret
Allgemeine BegriffeFleisch des erlegten Wildes — ein hochwertiges Lebensmittel.
Wind bekommen
Wild & WildartenDas Wild nimmt den Geruch des Jägers wahr und wird misstrauisch oder flüchtig.
Wundbett
Jagdpraxis & MethodenDie Stelle, an der sich angeschweißtes Wild niedergelegt hat — erkennbar an Schweiß und Körperabdrücken.
Zerwirken
Jagdpraxis & MethodenFachgerechtes Zerlegen des erlegten Wildes in küchenfertige Teilstücke.
Ziehen
Wild & WildartenLangsame, schreitende Fortbewegung des Schalenwildes.
Zurücksetzen
Wild & WildartenEin Hirsch bildet ein schwächeres Geweih als im Vorjahr — Zeichen von Alter oder schlechter Kondition.
Häufige Fragen zur Waidmannssprache
Was ist die Waidmannssprache?
Die Waidmannssprache (auch Jägersprache oder Weidmannssprache) ist die über 1.000 Jahre alte Fachsprache der Jäger. Sie dient der präzisen Verständigung untereinander und ist ein wesentlicher Bestandteil des jagdlichen Brauchtums. Die Sprache entwickelte sich seit dem 7. Jahrhundert zur Zeit der Feudaljagd unter Karl dem Großen.
Muss man die Jägersprache für die Jägerprüfung können?
Ja, die wichtigsten Begriffe der Waidmannssprache sind fester Bestandteil der Jägerprüfung in allen deutschen Bundesländern. Prüflinge müssen Körperteile des Wildes, Wildarten, Jagdmethoden und brauchtumsbezogene Begriffe korrekt benennen können. Etwa 60–80 Kernbegriffe sollte man sicher beherrschen.
Was ist der Unterschied zwischen Waidmannssprache und Jägersprache?
Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet. 'Waidmannssprache' (auch 'Weidmannssprache') betont den ethischen Aspekt des Waidwerks und klingt traditioneller. 'Jägersprache' ist der umgangssprachlich geläufigere Begriff. In der Fachliteratur wird häufiger 'Waidmannssprache' verwendet.
Warum sagt man 'Schweiß' statt Blut?
Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen 'sweiz' und bezeichnete ursprünglich austretende Körperflüssigkeit. In der Jägersprache hat sich der Begriff für das Blut des Wildes erhalten. Die Nachsuche mit dem Schweißhund folgt der Blutspur (Schweißfährte) des beschossenen Wildes.
Wie viele Begriffe umfasst die Jägersprache insgesamt?
Die vollständige Waidmannssprache umfasst mehrere tausend Begriffe. Im aktiven Gebrauch unter Jägern sind etwa 200–300 Begriffe. Für den Alltag im Revier und die Jägerprüfung reichen rund 100–120 Kernbegriffe, die auf dieser Seite zusammengefasst sind.
Wird die Jägersprache heute noch aktiv verwendet?
Ja, die Waidmannssprache ist unter Jägern nach wie vor lebendig. Sie wird bei Gesellschaftsjagden, in der Ausbildung, in Fachzeitschriften und im täglichen Revieralltag verwendet. Begriffe wie 'Ansprechen', 'Schweiß' oder 'Waidmannsheil' sind fester Bestandteil jeder Jagd.
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